21.11.2013

BAföG-FAQ
Der BAföG-Antrag

Eine Menge Formblätter gibt es für den BAföG-Antrag. Welche Ihr in Eurem Fall braucht und ein paar Tipps, worauf Ihr sonst noch achten solltet, erfahrt Ihr in diesem Artikel.



Die nötigen Formulare für den BAföG-Antrag

Empfehlenswerte Alternative: Online-Antrag – leider bisher nur vereinzelt möglich

Inzwischen gibt es in immer mehr Bundesländern bzw. bei weiteren einzelnen Studentenwerken die Möglichkeit, den BAföG-Antrag online auszufüllen. Wo genau, mehr Details (und Links zu den Online-Tools) können dem Artikel Wo ein BAföG-Online-Antrag möglich ist entnommen werden.

Warum dauert die Bearbeitung (manchmal) so lange?!?

Die Bearbeitungsdauer von BAföG-Anträgen kann leider manchmal ganz schön lange dauern. Es gibt dafür unterschiedlichste, auch individuelle Gründe. Die Bundesländer mit doppelten Abiturjahrgängen sind aber besonders davon "bedroht", flächendeckend Probleme zu haben. Warum das so ist, wie es 2011 aussah und was für die Zukunft zu erwarten ist, schildern wir ausführlich in unserem Artikel Rückblick und Ausblick: Wie es zu BAföG-Engpässen kommen kann. Natürlich geben wir auch Tipps, was man individuell tun kann, um die Bearbeitung zu beschleunigen (und letztlich damit allen zu helfen!).

Die Formulare – in der Regel als PDF-Download

Das BMBF hat alle nötigen Formulare als PDF-Dateien (mit Möglichkeit, sie direkt auszufüllen und so auszudrucken) ins Netz gestellt, Link siehe unterhalb der folgenden Tabelle. Die PDFs der einzelnen Formblätter haben wir in der Tabelle jeweils unter dem Text "Download" verlinkt. Ganz klassisch auf Papier solltet Ihr die Formulare direkt bei BAföG-Ämtern bekommen können. Es gibt darüber hinaus einige Situationen, zu denen man Angaben machen muss, wofür es aber keine bundesweiten Formulare gibt. Einige BAföG-Ämter bieten dafür ergänzende Vordrucke, um die nötigen Angaben möglichst vollständig zu erfassen.

Hinweis, falls Ihr nicht bei Euren Eltern wohnt (und auch nicht in einer Wohnung, die den Eltern zu mindestens 50% gehört): Seit Oktober 2010 ist eine Mietkostenbescheinigung nicht mehr nötig, nur noch der Nachweis, dass Ihr anderswo als bei Euren Eltern wohnt. Der Nachweis kann durch den Mietvertrag oder die Meldebestätigung erfolgen. Es kann zwar auch immer noch eine Mietkostenbescheinigung (PDF-Datei; stammt vom Studentenwerk Karlsruhe) abgegeben werden, auf die Höhe der Miete kommt es aber nicht mehr an.

Formblatt
Erläuterung
PDF (via BMBF)
Wann benötigt?
Formblatt 1
Antrag auf Ausbildungsförderung
Download
immer
Anlage 1 zu
Formblatt 1

Download
beim Erstantrag sowie nach einer Unterbrechung der Ausbildung und beim Antrag auf Auslands-BAföG
Anlage 2 zu
Formblatt 1

Download
falls Kinderbetreuungszuschlag möglich (AntragstellerIn hat Kind/-er und wohnt mit ihnen in einem Haushalt)
Formblatt 2
Bescheinigung nach §9 BAföG
Download
immer
Viele Hochschule liefern mit den Semesterunterlagen auch eine Bescheinigung nach § 9 BAföG mit, dann diese an Stelle des Formblatt 2 abgeben!
Formblatt 3
Erklärung des Ehegatten/Lebenspartners, des Vaters, der Mutter
Download
immer (außer bei elternunabhängigem BAföG, Ehegatte/Lebenspartner/-in aber auch dann)
Formblatt 4
Download
nur von Ausländerinnen und Ausländern beim Erstantrag abzugeben, wenn auch die Eltern und der/die Ehegatte/in keine Deutschen sind
Formblatt 5
Leistungsnachweis
Download
normalerweise nach dem 4. Fachsemester, siehe hier
Formblatt 6
Auslands-BAföG
Download
zur Beantragung von Auslands-BAföG
Formblatt 7
Aktualisierungsantrag
Download
bei jedem Aktualisierungsantrag (nur interessant, wenn Eltern aktuell weniger verdienen als im vorletzten Kalenderjahr vor der Antragstellung)
Formblatt 8
Vorausleistungen
Download
nur bei Antrag auf Vorausleistungen




Spezielle Vordrucke für erklärungsbedürftige Details

Es gibt eine Reihe von Situationen, die neben den Angaben in den Formblättern weitere Erläuterungen (und in der Regel auch Nachweise) erfordern. Diese könnten zwar auch formlos gemacht werden, nur vergisst man dann leicht entscheidende Details anzugeben. Einige BAföG-Ämter haben deshalb eigene ergänzende Vordrucke zum Ausfüllen entwickelt bzw. nutzen Vordrucke, die zu diesem Zweck von speziellen Dienstleistern entwickelt und gleich einer ganzen Reihe von BAföG-Ämtern zur Verfügung gestellt werden. Am besten man fragt beim eigenen Amt nach, ob es eigene Vordrucke bereithält und verwendet diese. Sollte es vom eigenen Amt keine Vordrucke geben oder möchte man sich die Anfrage sparen, so haben wir im Folgenden jeweils einen geeigneten Vordruck verlinkt, den man verwenden kann. In einigen ist die Adresse des herausgebenden Amtes schon enthalten – hier müsste man sich einen eigenen Vordruck basteln.



Tipps zum Erstantrag

Unterlagen zusammenstellen / Formloser Antrag (wenn noch was fehlt)

Am Ausfüllen der Anträge und dem Zusammenstellen diverser Belege (im Antrag ist markiert, welche Angaben Ihr durch weitere Unterlagen belegen müsst) kommt Ihr leider nicht vorbei. Ihr solltet dies so schnell wie möglich nach Erhalt Eures Studienplatzes tun (das meiste könntet Ihr sogar schon vorher vorbereiten), da die Bearbeitung des Antrages durchaus ihre Zeit dauert. Falls das Studium / die Ausbildung schon begonnen hat und Ihr die Unterlagen noch nicht zusammen habt, solltet Ihr einen formlosen Antrag stellen. So wahrt Ihr alle Eure Ansprüche.

Details und eine Vorlage für einen solchen Antrag im Artikel Formloser BAföG-Antrag. Nach VwV 46.1.1a genügt es, wenn Ihr den Antrag ans BAföG-Amt faxt, den eingescannten Antrag (wegen der Unterschrift) mailt oder ihn als Kopie schickt. Das unterschriebene Originaldokument muss dann normalerweise nicht mehr nachgereicht werden.

Nicht vergessen solltet Ihr ...

Falls Ihr noch kein eigenes Girokonto haben solltet, dann solltet Ihr spätestens jetzt eines einrichten, denn schließlich soll das BAföG Euch auch direkt erreichen. Fast alle Banken, Sparkassen und die Postbank bieten für Studierende oder SchülerInnen ein kostenfreies Girokonto an (Studiennachweis erforderlich).

Ihr solltet einen Ordner anlegen, in dem Ihr alle Unterlagen aufbewahrt, die im Zusammenhang mit dem BAföG-Antrag relevant sind. Heftet Kopien aller Unterlagen, die Ihr beim Amt einreicht, dort ab, ebenso alle Zahlungsbelege (Kontoauszüge) und jeden Schriftverkehr, den Ihr mit dem Amt führt. Es empfiehlt sich, von allen Gesprächen (auch telefonischen) mit MitarbeiterInnen des BAföG-Amtes eine Notiz anzufertigen und abzuheften. Diese sollte die wichtigsten Inhalte des Gesprächs, Datum und Name des/der MitarbeiterIn enthalten. Bei Rückfragen oder gar Streitigkeiten mit dem BAföG-Amt könnt Ihr dann besser nachvollziehen, worum es geht und seid in einer besseren Position – das kann bares Geld wert sein.

Bei allen Schreiben an das BAföG-Amt Förderungsnummer angeben (die bekommt Ihr mit Eurem BAföG-Bescheid, nachdem Ihr Euren Erstantrag gestellt habt)!





BAföG-Antrag zurückziehen

Stellt man nach Antragstellung fest, dass man Vermögen übersehen hat oder dass andere Gründe es geschickter erscheinen lassen, den Antrag doch nicht aufrecht zu erhalten, so kann man ihn zurückziehen. Am besten natürlich so schnell wie möglich - man muss dem Amt ja nicht unnötig Arbeit machen. Aber selbst wenn man den Bescheid bekommen hat, kann man innerhalb der Widerspruchsfrist noch formlos erklären, dass man den Antrag zurücknimmt.

So steht es in VwV 46.1.6. Es empfiehlt sich, die Rücknahme des Antrags schriftlich zu erklären und den Empfang bestätigen zu lassen oder die Erklärung per Einschreiben schicken.

Ist die Widerspruchsfrist jedoch abgelaufen, kann man i.a. erst ein Jahr später (bzw. nach Ablauf des auf dem Bescheid vorgesehenen Bewilligungszeitraums) wieder einen Antrag stellen!



Weiterförderungsantrag / Folgeantrag

Normalerweise müsst Ihr jeweils nach einem Jahr erneut einen Antrag stellen ("Weiterförderungs- / Folgeantrag"). Bei kürzerem Bewilligungszeitraum (bspw. auch bei einem Semester Auslandsaufenthalt, für das immer ein extra Antrag nötig ist) kann der Folgeantrag auch früher notwendig werden.

Stellt Ihr Euren Weiterförderungsantrag mind. zwei Kalendermonate vor Ablauf des aktuellen, noch laufenden Bewilligungszeitraumes (BWZ), so ist gesetzlich garantiert (§ 50 Abs. 4 BAföG), dass die Zahlungen unverändert weiterlaufen, auch wenn nicht rechtzeitig ein Bescheid ergehen kann. Allerdings müssen die Unterlagen bei Abgabe "im Wesentlichen vollständig" sein. Ein formloser Antrag, um diese Frist zu erfüllen, reicht also nicht! Die Zahlungen im neuen BWZ ergehen bis zur Erstellung des Bescheides unter dem Vorbehalt der Rückforderung. Falls sich herausstellen sollte, dass Ihr weniger oder kein BAföG mehr erhalten könnt, kann das BAföG-Amt die überzahlten Beträge deshalb problemlos zurückfordern. Sollte Euer BAföG-Anspruch höher ausfallen als bisher, wird der erhöhte Betrag natürlich nachgezahlt.

Semester+BWZ-Ende Antragstellung möglichst bis
31.07. (Uni MA) 31.05.
31.08. (FH) 30.06.
30.09. (Uni) 31.07.

Stellt Ihr den Weiterförderungsantrag nicht rechtzeitig, dann bekommt Ihr vielleicht erst Monate später rückwirkend das Geld für die ersten Monate des neuen Zeitraumes ausgezahlt.

Für einen Weiterförderungsantrag müsst Ihr dieselben Unterlagen ausfüllen wie Eurem Erstantrag, nur den Lebenslauf (Anlage zu Formblatt 1) könnt Ihr Euch sparen.

Was gibt es noch zu beachten?

Bei einer Förderung Eures Studiums müsst Ihr zum Ende des 4. Fachsemesters (ggf. auch früher) einen Leistungsnachweis beim BAföG-Amt vorlegen, um weiter BAföG zu bekommen. Bei Schüler-BAföG sind Leistungsnachweise nicht erforderlich.

Noch Fragen?

Schaut in unser BAföG-Forum, vielleicht wurden eure Fragen schon von anderen gestellt und beantwortet. Bei Bedarf könnt ihr auch eigene Beiträge verfassen und euer Problem schildern.




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