06.11.2013

BAföG-FAQ
Bedarfsermittlung [§§ 12-14b BAföG] [Seite 3]

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Von Nicola Pridik

3. Bedarf für alle anderen SchülerInnen (§§ 12, 13a BAföG)

Für Auszubildende an Fachschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, sowie Auszubildende an Abendgymnasien und Kollegs siehe oben 2.b.

Sofern eine Förderung im Ausland möglich ist, werden für SchülerInnen auch bestimmte Reisekosten übernommen. Vgl. dazu den Artikel Auslands-BAföG für Schüler.
  1. SchülerInnen an weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und an Berufsfachschulen, sowie in Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt [Abgrenzung zu b. beachten!]

    SchülerInnen dieser Schulformen sind nach § 2 Abs. 1a BAföG und VwV 12.2.21 überhaupt nur dann förderungsfähig, wenn sie nicht bei ihren Eltern wohnen und eine der folgenden Voraussetzungen zusätzlich erfüllt ist:
    • Von der Wohnung der Eltern aus ist eine entsprechende zumutbare Ausbildungsstätte nicht zu erreichen.
    • Der/Die Auszubildende führt einen eigenen Haushalt und ist verheiratet oder lebt mit seinem Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zusammen. In beiden Fällen genügt es, wenn die Verbindung früher einmal bestand.
    • Der/Die Auszubildende führt einen eigenen Haushalt und lebt mit mindestens einem Kind zusammen.
    Der Bedarf setzt sich folgendermaßen zusammen:

    Nicht bei den Eltern wohnendFalls die Wohnung den Eltern zu mind. 50% gehört (VwV 12.1.1 und 12.3a.1)
    Grundbedarf 465 €216 €
    KV-Zuschlag1 62 €62 €
    PV-Zuschlag1 11 €11 €
    Möglicher Höchstbetrag 538 €289 €
    1 KV = Krankenversicherung; PV = Pflegeversicherung; den Zuschlag gibt es nur, wenn Ihr selbst beitragspflichtig versichert seid.

    Erfüllt Ihr die o.g. Voraussetzungen für eine Förderung und sind Eure tatsächlichen Wohnkosten höher als der Betrag, den Ihr fürs Wohnen erhalten könnt, so habt Ihr ggfls. einen Anspruch auf ergänzenden Wohnkostenzuschuss nach § 22 Abs. 7 SGB II.

  2. SchülerInnen an Berufsfachschulen und Fachschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, sofern sie in einem zumindest zweijährigen Bildungsgang einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln

    Hier ist eine Förderung auch dann möglich, wenn Ihr bei Euren Eltern wohnt.

    Bei den Eltern wohnendNicht bei den Eltern wohnend
    Grundbedarf 216 € 465 €
    KV-Zuschlag1 62 € 62 €
    PV-Zuschlag1 11 € 11 €
    Möglicher Höchstbetrag 289 € 538 €
    1 KV = Krankenversicherung; PV = Pflegeversicherung; den Zuschlag gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen!

    Den höheren Grundbetrag (nicht bei den Eltern wohnend) gab es in der Vergangenheit nur dann, wenn die SchülerInnen bestimmte Voraussetzungen erfüllt hatten, die eine auswärtige Unterbringung nötig machte (vgl. oben a.). Diese Regelung ist im Herbst 2010 weggefallen. Seitdem muss man also keinen besonderen Grund mehr vorweisen, warum man während der Ausbildung nicht bei den Eltern wohnt.

    Wohnt Ihr nicht bei den Eltern und sind Eure tatsächlichen Wohnkosten höher als der Betrag, den Ihr fürs Wohnen erhalten könnt, so habt Ihr ggfls. einen Anspruch auf ergänzenden Wohnkostenzuschuss nach § 22 Abs. 7 SGB II.

  3. SchülerInnen an Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen und Fachoberschulen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt

    Zu den Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, gehören alle Klassen 12, in die Auszubildende ausschließlich unmittelbar, d.h. ohne vorherigen Besuch der Klasse 11 der Fachoberschule, aufgrund ihrer beruflichen Vorbildung aufgenommen werden (VwV 12.1.4).

    Bei den SchülerInnen dieser Schulen setzt sich der Bedarf wie folgt zusammen:

    Bei den Eltern wohnendNicht bei den Eltern wohnend
    Grundbedarf 391 € 543 €
    KV-Zuschlag1 62 € 62 €
    PV-Zuschlag1 11 € 11 €
    Möglicher Höchstbetrag 464 € 616 €
    1 KV = Krankenversicherung; PV = Pflegeversicherung; den Zuschlag gibt es nur, wenn Ihr selbst beitragspflichtig versichert seid.

    Sind Eure tatsächlichen Wohnkosten höher als der Betrag, den Ihr fürs Wohnen erhalten könnt, so habt Ihr ggf. einen Anspruch auf ergänzenden Wohnkostenzuschuss nach § 22 Abs. 7 SGB II. Dies gilt unabhängig davon, ob Ihr bei den Eltern wohnt oder nicht.

4. Bedarf von PraktikantInnen (§ 14 BAföG)

Sofern ein Praktikum gefördert werden kann (mehr dazu hier), ist der monatliche Bedarf derselbe, der für den Besuch der Ausbildungsstätte geleistet wird, mit der das Praktikum im Zusammenhang steht. Insofern kann auf die obigen Tabellen verwiesen werden. Absolviert Ihr ein Vorpraktikum, müsst Ihr im Zusammenhang mit dem BAföG-Antrag angeben, für welche Ausbildung es vorgeschrieben ist bzw. welche Art von Ausbildungsstätte Ihr anschließend besuchen wollt, damit der BAföG-Bedarf ermittelt werden kann (VwV 2.4.6).




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