04.02.2014

BAföG-FAQ
BAföG-Rückzahlung [Seite 2]

« Zurück zu Seite 1

4. Freistellung von der Rückzahlung wegen geringen Einkommens (§ 18a BAföG)

Habt Ihr nur ein geringes Einkommen, so könnt Ihr beantragen, von der Rückzahlung freigestellt zu werden. Die Einkommensgrenze erhöht sich, wenn Ihr verheiratet seid, in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt und/oder ein eigenes Kind, ein Kind Eures Ehegatten/Lebenspartners oder – unter bestimmten Voraussetzungen – ein Pflegekind im Haushalt betreut. Dabei wird aber Einkommen des Ehegatten und der Kinder auf den jeweiligen Freibetrag angerechnet.

Die Einkommensgrenze hat sich zuletzt am 1. Oktober 2010 erhöht. Aus der nachfolgenden Tabelle ergeben sich die aktuellen und vorherigen Beträge im Überblick. Die Beträge geben jeweils das bereinigte monatliche Nettoeinkommen an. Dies ist der Betrag, der nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen von den Einkünften übrig bleibt. Kindergeld wird nicht als Einkommen gezählt.

ab 01.10.2002 ab 01.10.2008 ab 01.10.2010
DarlehensnehmerIn 960 € 1.040 € 1.070 €
Ehegatte oder Lebenspartner1 480 € 520 € 535 €
jedes Kind1 435 € 470 € 485 €
1Befindet sich der Ehegatte oder Lebenspartner und/oder ein/das Kind in einer Ausbildung, die nach BAföG oder nach dem SGB III gefördert werden kann, so werden sie nicht berücksichtigt.

Bei Behinderten und Alleinerziehenden können weitere Beträge unberücksichtigt bleiben.

Die Freistellung erfolgt auf Antrag. Dieser kann online auf der Internetseite des Bundesverwaltungsamtes gestellt werden (oben auf der Seite bei „Zu den Formularen von BAföG-Online“ auf „BAföG-Online“ klicken). Die Einkommensnachweise und ggf. weitere Unterlagen müssen per Post eingereicht werden.

Werdet Ihr freigestellt, so gilt dies normalerweise für ein Jahr. Rückwirkend kann die Freistellung für bis zu vier Monate erfolgen. Ändern sich die Einkommensverhältnisse oder sonstige Umstände, die für die Freistellung relevant waren, so müsst Ihr das Amt natürlich umgehend informieren.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Freistellung bedeutet nicht, dass Euch Schulden erlassen werden. Ihr werdet lediglich vorübergehend davon verschont, Raten zurückzahlen zu müssen.



5. Nachlass von der Darlehensschuld bei vorzeitiger Rückzahlung (§ 18 Abs. 5b BAföG)

Wenn Ihr Euer Darlehen auf einen Schlag vollständig oder zumindest zu einem großen Teil zurückzahlt, so könnt Ihr auf Antrag einen Nachlass auf die Darlehensschuld in Höhe von bis zu 50% erhalten. Der Prozentsatz ist abhängig von der Höhe der Darlehensschuld. Für alle, die es kaum abwarten können, die Schulden loszuwerden: Bitte erst die Rückzahlungsaufforderung des Bundesverwaltungsamtes abwarten! Vorher könnt Ihr mit Hilfe unseres Rückzahlungsrechners aber zumindest schon mal in Erfahrung bringen, wie hoch der Betrag sein wird, den man Euch erlässt.

» BAföG-Rückzahlungsrechner

Tipp: BAföG-Rückzahlung auf einen Schlag kann empfehlenswert sein

In einem Online-Special vom März 2005 berichtete die Stiftung Warentest, dass es lohnend sei, das BAföG-Darlehen auf einen Schlag zurückzuzahlen, selbst wenn man dafür einen Kredit aufnehmen muss. Denn der gewährte Nachlass sei in jedem Fall höher als die Kosten für einen marktüblichen Kredit. Auch sei es – mit sicheren Anlagen – nicht möglich, das Geld (wenn man es denn schon hat) gewinnbringender anzulegen.

Dieser Einschätzung können wir uns anschließen (umso mehr bei den aktuell geltenden Niedrigzinsen). Allerdings gibt es auch Situationen, in denen die Ratenzahlung besser und vor allem sicherer ist. Bitte also erst einmal weiterlesen!

Wann man doch auf Ratenzahlung setzen sollte

Sofern Ihr Euer Studium im März 2001 oder später begonnen habt und die BAföG-Schulden weit über 10.000 Euro liegen, lohnt sich eine vorzeitige Rückzahlung nicht unbedingt. Der Nachlass wird nämlich auf Grundlage der Darlehensgesamtschuld berechnet. So wäre z.B. bei einer Darlehensschuld von 15.000 Euro (also 30.000 Euro erhaltenem BAföG) der Nachlass zwar groß und die Rückzahlungsverpflichtung beliefe sich auf "nur" 9.450 Euro. Da sich Eure Rückzahlungsverpflichtung jedoch ohnehin auf 10.000 Euro beschränkt, müsst Ihr auch mit Ratenzahlung nur unwesentlich mehr zurückzahlen.

Der Vorteil des BAföG-Darlehens ist, dass man bei geringem Einkommen von der Rückzahlung auf Antrag für ein Jahr freigestellt werden kann.

Nimmt man jedoch einen Kredit bei einer Bank auf, so muss man diesen auch bedienen. Ist man verheiratet, so steht auch der Ehepartner in der Pflicht (im Gegensatz zur BAföG-Rückzahlung, bei der es nur um das Einkommen des früheren BAföG-Empfängers geht). Wer also einen Kredit aufnehmen müsste, um die BAföG-Schulden vollständig zurückzahlen zu können, der sollte das nur tun, wenn er/sie ziemlich sicher ist, dass der Kredit problemlos zurückgezahlt werden kann. Ist dagegen bspw. die Arbeitsstelle unsicher (z.B. Promotion) oder ein Kind geplant (und wollt Ihr solange mit Eurer Arbeit pausieren), dann solltet Ihr das BAföG-Darlehen besser in Raten abzahlen.

Mehr zum Thema auch im Artikel Kredit oder BAföG-Bildungsfonds für die BAföG-Rückzahlung auf einen Schlag?






Folgende Artikel könnten für Dich auch interessant sein



Tafelaufschrift: Jetzt ist es ... Zeit zu handeln!
Abbildung einer Unterschrift


Diese Seite verlinken »

 
 

Studis Online Logo (kleinere Variante)  Studieren leicht gemacht